names, erased (CD)

 

 

Zuerst ist das Hören der bemerkenswert originellen Musik des deutschen Komponisten Reiko Füting wie das Lauschen einer Konversation in einer fremden Sprache.  Ein generelles Gefühl des Vorwärtsdrängens einer Disskusion erscheint durch das Verändern von Tönen und Gesten, und eine gelegentlich verwandte und bekannte Phrase schleicht sich heraus, um eine Lücke zu füllen.  Aber letztendlich muss man die Sprache lernen, wenn auch nur zu einem elementaren Niveau, um die Gesamtheit erfassen zu können.  Mein Gebrach dieser Literaturmetapher für Fütings Musik folgt der Struktur und dem Gangart der CD, die aus 13 Nummer von variierender Dauer (von 47 Sekunden bis zu etwas mehr als 15 Minuten) für Soloinstrumente, Solostimme, Duos, und zum Schluss Stimme und Streichquartett besteht.  Die CD gab den Eindruck eines Liederzyklus; dennoch sind alle Stücke individuell entstanden, und wurden in einem Zeitraum von 14 Jahren (das älteste datiert von 2000) geschrieben.  Weiterhin verwendet Füting eine Vielfalt harmonischer Stile und instrumentaler Techniken.  Aber was macht diese CD so zusammenhängend?  Zuallerst kann man eine ausgeprägte Sprache hören, die neugierig und experimentell ist, wenn auch nicht in der dreisten Art von Ligeti und Stockhausen.  Hier ist das Experimentieren behutsam, mit kleinen Korrekturen der Violoncellotechnik, oder vokalen Ticks, nicht als eine Neuerung hinzugefügt, sonder als Mittel eines expressiven Zwecks.  Wiederholtes Hören verstärkt die Bedeutung der Musik, wie das kontinuierliche Auseinandersetzen mit einer fremden Sprache dazu führt, dass man die Worte erfasst.

Peter Burwasser (Fanfare)


Reiko Füting wurde 1970 in Königs Wusterhausen geboren und studierte Komposition und Klavier an der Dresdner Musikhochschule.  Danach zog es ihn nach Amerika (Rice University und die Manhattan School of Music) und weiter nach Korea (Seoul National University).

Ich war Füting schon einmal durch seine CD mit Volksliedbearbeitungen begegnet, wo er als Pianist und Arrangeur von sechs Volksliedern (Twisted Folk, verfügbar von CD Baby, wo die folgenden Samples zu hören sind: http://www.cdbaby.com/cd/paynefuting) in Erscheinung trat.  Die vorliegende CD gibt ein umfassenderes Bild eines hinterfragenden Geistes.  Die 2014 entstandende Komposition für Violoncello und Klavier, Kaddish: The Art of Losing, basiert formal auf dem Roman von Imre Kertesz Kaddish for a Child Unborn.  Das Stück ist auch von einem Gedicht von Elizabeth Bishop beeinflusst, und schließt – als Schlussteil – ein in memoriam ein.  Die Komposition ist durch und durch zerbrechlich, mit kahlen Texturen und fragmentierten Aussagen beider Instrumentalisten, unterstrichen mit spannungsvollen Momenten der Stille .  Die Aufführung ist unglaublich gut, hypnotisch und verinnerlicht.  Die gelegentliche Verwendung von vokalen Geräuschen ist subtil und ein natürlicher Teil der Klangwelt, nicht ein Effekt um den Effekt halber.

Für den Haupteil der CD sind fünf Stücke für Stimme solo zwischen instrumentale Kompositionen gestreut.  Die koreanische Mezzosopranistin Nani Füting ist die ausdrucksvolle Sängerin dieser aphoristischen Aussagen aus dem Zyklus “...gesammeltes Schweigen“.  Das erste Stück bezieht sich auf das “ferne Geigenspiel” (die Vokalstimme scheint sich auf Kurtág zu beziehen), und passt daher genau auf das folgende Stück für Geige solo tanz.tanz.  Die Vokallinien von “Das alte Weingut” scheinen mehr Webern zu assoziieren.  Vokale Effekte sind effektvoll eingesetzt.  Wenn das finale Mikro-Lied “Hoch im Gebirge” erreicht ist, spürt man einen Verlust, da der letzte Vokaleinschub erreicht ist, was mit Sicherheit als Erfolg der Programmfolge zu verstehen ist.
Die Geigerin Miranda Cuckson hat eine klare Neigung für zeitgenössische Musik, hat sie doch Stücke von Nono, Xenakis, Carter, Shapey, und vielen anderen aufgenommen.  Ohne Zweifel ist ihre Technik von höchster Qualität und grundsolide, was man in tanz.tanz, einem Stück basierend auf einer Analyse der Bachschen Chaconne (der d Moll Partita) von Helga Thoene, der das Stück auch gewidmet ist.  Auch hier kommt der Titel von einem Roman, diesmal Dance Dance Dance von Haruki Murakami.  Cuckson findet Drama und gleichzeitige zerbrechliche Zartheit, die schon in Kaddish hörbar war.
Das Stück leaving without/palimpsest von 2006 für Klavier und Klarinette basiert auf dem Klavierstück von 2002 leaving without.  Dieses basiert auf einem deutschen Volkslied und ist aphoristischer Natur.  Es ist für “Klavier mit Klarinette” geschrieben, und nicht andersherum, was bedeutsam ist, da das Klavier den Hauptteil des Argumentes trägt.  Die Klarinette kommt erst einige Minuten später dazu.  Der exzellente Cellist John Popham, dessen Ton wie Samt und dessen Technik bemerkenswert ist, widmet sich names, erased aus dem Jahr 2012.  Das Stück zietiert Bach, Berg und Ligeti, und schließt außerdem Eigenzitate mit ein.  Es basiert auf den Präludien der Bachschen Cellosuiten (diese Verbindung kann leicht gehört werden).  In effektvoller Weise nimmt Füting Bach mit auf einen Spaziergang in eine halbbeleuchtete Welt der zeitgenössischen Cellomusik.

Die vorliegende CD klammert zwei Stücke zusammen: ist – Mensch – geworden und land – haus – berg. Beiden liegen extensive Zitate zugrunde.  Das erste Stück ist für Flöte und Klavier und zitiert Josquin, Bach, Schumann und Debussy.  Weiterhin gibt es Referenzen zu Kompositionen für Flöte und Klavier von Boulez, Feldman, Furrer, Jo Kondo, Murail, und Füting’s Kompositionslehrer, Nils Vigeland.  Diese Stück ist das geheimnisvollste: möglicherweise zeigen die Zitate zu versteckten, tieferliegenden Geheimnissen.  In dem Stück für Klavier solo land – haus – berg (2009) findet man die Geister von Beethoven, Schumann, und Wolf: in ihren Vertonungen von Goethe’s Kennst Du das Land?.  Solch eine dekonstruierte Oberfläche erlaubt nur einen schwachen Schatten, wie man ihn nur aus dem Augenwinkel erhascht (oder in diesem Fall dem Ohrenwinkel).  Man wird sich der eingeschlossenen Einsamkeit hier am meisten bewusst.

Mit dem ursprünglichen Ausgangspunkt in einem Lied von 1649 von Heinrich Albert und Simon Dach erschien light asleep  in seiner ersten Fassung in 2002.  Die Überarbeitung von 2010 legt das Zitat in den Hintergrund (“Ich fand, dass das Ausgangsmaterial nur noch im Titel und in der generellen Atmosphäre der Komposition reflektiert war”, sagt Füting im Booklet).  Dieses Stück hat den Charakter einer schwarzen Prozession für Geige und Klavier.  Olivia de Prato ist die ausgezeichnet Geigerin mit dem wundervollen Ton; leider ist ihr keine eigene Biographie im Booklet gegeben ist.  Vielleicht ist das der Fall, da sie die führende Geigerin des Mivos Quartets ist.  Als eine Solistin dieses Kalibers verdient sie aber eine eigene Biographie.

Das kurze Stück von 2003 (revidiert 2011) für Altflöte, Cello und Klavier finden – suchen ist ein prägnantes Geburtstagsstück für einen ehemaligen Lehrer, Jörg Herchet.  Letztendlich kommt …und ich bin Dein Spiegel (2002, revidiert 2012) für Mezzosopran und Streichquartett. Die literarische Inspiration kommt dieses Mal von Mechthild von Magdeburg (gestorben 1282), während das musikalische Material als Zeitzeugen (so bezeichnet es der Komponist) agiert: das Minnelied Meie, din liehter schin von Neidhart von Reuental, und die mittelalterliche Sequenz Laudes cruces attollamus. Das Verschmelzen von Sehr-Alt und Neu ist sehr wirkungsvoll, wobei Füting’s aphoristischer Stil als eine Art Zerrspiegel des Ausgangsmaterials fungiert.  Das Stück beginnt mit unbegleiteter Stimme.  Nani Füting hat den perfekten Klang für die Reinheit des Beginns.  Das Mivos-Quartett spielt hervorragend, und die Schreie des Höhepunktes für Stimme und Geige zwischen Minute 6 und 7 tragen bemerkenswertes emotionales Gewicht.

Der Titel der CD kommt von dem Stück names, erased (es wird zu namesErased), und sie ist höchst anregend.  Wir müssen mehr von Reiko Füting’s individueller kompositorischer Stimme hören.  Daran besteht kein Zweifel.     

Colin Clarke (Fanfare)


Reiko Füting wurde 1970 in Königs Wusterhausen in der Deutschen Demokratischen Republik geboren, und studierte Komposition und Klavier an der Dresdner Musikhochschule, der Rice University, Manhattan School of Music, und der Seoul National University.  Seit 2000 hat er eine Professur an der Manhattan School of Music, wo er Komposition und Musiktheorie unterrichtet.  Er tritt weiterhin als Pianist in erscheinung.  Meinen Recherchen nach ist dies die erste CD, die sich ausschließlich seinen Kompositionen widmet.  Das Format der CD is etwas ungewöhlich, da es einzelne Lieder von Füting’s Lieder “…gesammeltes Schweigen” zwischen instrumentale Stück streut.

Die CD eröffnet mit Kaddish: The Art of Losing, einem Werk für Violoncello und Klavier.  Das Violoncello hat einen ausgedehnten Eröffnungsmonolog, in dem die Töne zu einem großen Teil von den leeren Saiten und deren natürlichen Flageolets abgeleitet sind.  Das Klavier kommt schließlich dazu, erst subtil, dann dominanter.  Der Violoncellopart ist ausschließlich senza vibrato, was dem gesammten Stück eine beschwördend-mysteriöse Qualität verleiht.  Obwohl das Stück in keinster Weise als Volkslied verstanden werden kann, scheinen doch einige seiner Gesten dieser Welt entlehnt zu sein.  Es ist auch möglich, das die statischen tonalen Zentren (hauptsächlich auf D) zu diesem Gefühl beitragen.  Füting scheut erweiterte instrumentale Techniken in diesem Werk nicht.  Dazu gehören jeté (eine Technik, bei der der Bogen schnell auf die Saiten geworfen wird, um dann schnell zu hüpfen) und sul ponticello.

Nach einem Satz des Liederzyklus’ (ein einminütige, unbegleitete, wehleidige Vertonung mit einer wandernden melodischen Linie), wir hören tanz.tanz für Geige solo.  Das ist ein sehr geschäftiges Werk, mit vielen pizzicato Einschüben und anderen Spezialeffekten.  Aber das tonale Zentrum ist hier noch immer der Ton D, vor allem der Ton der leeren Saite.  Irgendwo gegen Ende hörte ich ein kurzes Zitat der Chaconne von Bachs unbegleiteter d Moll Partita.  Es stellt sich heraus (nachdem ich die Programmnotiz gelesen habe), dass das gesammte Werk einer Analyse der Chaconne von der deutschen Musikwissenschaftlerin Helga Thoene enspringt.  Aber es ist nicht wichtig, die Analyse gelesen zu haben, um sich an diesem faszinierenden Werk zu erfreuen.

Mit dem Beginn von leaving without/palimpsest begann ich, die Logik der kurzen Vokaleinwürfe zwischen längeren instrumentalen Werken zu verstehen.  Sie fungieren als der Käse, der verschiedene Gänge eines französischen Essens separiert, für den Zweck, den Geschmack zu reinigen.  Keines dieser Lieder basiert auch nur entfernt auf dem Zentralton D, wie es die längeren Stücke tun.  D, vor allem D moll, scheint eine idée fixe in Fütings Musik zu sein.  Aber ich möchte nicht andeuten, dass die Musik sich nie von diesem Zentrum entfernt.  Die CD würde sein “Herzlich Willkommen” schnell abnutzen, wenn das der Fall ware.  Füting scheint seine Stücke so zu konstruieren, dass eine fast atonale Sprache in eine Tonalität um den Ton hineingezogen wird.  Das ist ein faszinierendes Prinzip, das ich sehr selten in der Musik anderer Komponisten gefunden habe. 

Die ersten vier minuten von leaving sind für Klavier solo, aber die in dieser erweiterten Einleitung benutzen Gedanken kommen in der folgenden Hälfte, die die Klarinette mit einschließt, wieder.  Dieser Teil scheint Mikrotöne zu benutzen: Klarinettist Josh Rubin spielt viel zu versiert, dass ich denken würde, es handelte sich einfach um Intonationsungenauigkeiten.  Der Ambitus des Werken nimmt die Klarinette in ihr höchstes Register.  Manche Töne sind so hoch, dass sie fast in im Register einer Hundepfeife sind.  Gut, vielleicht übertreibe ich, aber die hohen Töne sind fast dabei, die abgeschwächten Ambitus meines Gehörs zu überschreiten.

Diese Musik ist höchst phantasievoll und innovativ, und nicht schwer zu hören für all jene, deren Ohren sich nicht an fortgeschrittene musikalische Stile gewöhnt haben.  Der Komponist hat eine sehr innige Kentniss der technischen Möglichkeiten der Instrumente, welche auf der CD vorkommen: alle Stücke klingen.  Sie sind gesungen und gespielt mit hervorragenden Fähigkeiten der jeweiligen Ausführenden.  Die Hörqualität der CD ist einfach spektakulär, so präsent und wie in einer life-Aufführung klingen die Instrumente und die Stimme.  Hätten CDs so gut geklungen, als sie in den 1980igen erschienen, viele Kontroversen hinsichtlich ihres Klanges hätten nie stattgefunden.  Daher ist diese CD empfohlen, vor allem denen, die abenteuerlustig sind.

David DeBoor Canfield (Fanfare)


Eine sehr willkommene Veröffentlichung von New Focus Recordings mit Solo-, Kammer- und Vokalwerken von Reiko Füting

Reiko Füting wurde 1970 in Königs Wusterhausen in der Deutschen Demokratischen Republik geboren, und studierte Komposition und Klavier an der Dresdner Musikhochschule, der Rice University in Houston, der Manhattan School of Music und der Seoul National University in Südkorea.

Neber dem Komponieren ist Füting auch als Pianist in Europa, Asien, und den USA aufgetreten.  Er unterrichtet Komposition und Musiktheorie an der Manhattan School of Music, und war als Gast an Universitäten in China, Kolumbien, Deutschland, Italien, Russland, Südkorea, und den USA eingeladen worden.  Er hat instrumentale, Kammer-, und Orchestermusik, sowie Vokal- und Chormusik komponiert. Jetzt gibt es bei New Focus Recordings eine Neuerscheinung mit Solo-, Kammer-, und Vokalmusik von Reiko Füting mit dem Namen namesErased.

Mitglieder von New York’s erfolgreichsten Neue Musik Ensembles sind auf dieser neuen CD vertreten, wie das International Contemporary Ensemble, das Either/Or Ensemble, und das Mivos Streichquartett, welche Werke von Füting der letzten 13 Jahre spielen.

In Kaddish: The Art of Losing (2008) das Cello von John Popham beginnt mit einigen unverwechselbaren Grübeleien, die bemerkenswert gespielt sind.  Das Klavier, gespielt von Yegor Shevtsov, tritt bald leise hinzu, während das Cello seinen Weg vorwärts webt, mit einem kleinen Thema, das sich während dieser Entwicklung zu zeigen beginnt.  Die Musik wächst in seiner Spannung mit einem grellen, dissonanten Klavierpart und einigen sehr schönen Akkorden des Cellos, was einige wundervolle Texturen und Klangfarben schafft.  Prägnantes Streichen des Cellos führt zu einer leiseren Passage, bevor es zu einem Halt kommt.  Das Cello und das Klavier eröffnen den Reigen langsam wieder, aber zarter als früher, und erregter werdend, bis zu einer momentanen Pause.  Die Instrumente bewegen sich langsam weiter, mit einem Gespür einer großen Last.  Gedämpfte Vokalklänge werden hörbar, dann erscheint das Klavier, welches zu einer stillen Coda führt, die mit einer wiederholten, einzelnen Note endet.

Mezzosoprasnistin Nani Füting beginnt in hoher Tonlage, um “Leises Geigenspiel” zu beginnen, was langsam hoch-charakterisierende Vokalgesten in diesem ersten Ausschnitt von Füting’s “gesammeltes Schweigen”, eine Vertonung von Texten von Reiner Bonack, extrahiert.

tanz.tanz (2010) für Sologeige basiert auf den Chorälmelodien in Bach’s Chaconne, welche von der deutschen Musikwissenschaftlerin Helga Thoene entdeckt wurden.  Diese Choralmelodien sind in die gesammte Chaconne eingewebt, und dienen Füting als Ausgangsmaterial.  Die Solistin Miranda Cuckson beginnt mit eine Linie von Texturen, während kühne, lebhaftere Akkorde langsam hinzugefügt werden.  Sie webt eine bemerkenswerte Textur, die einige ausgezeichnete Momente schafft, mit absolut fantastischem Spiel.  Eine immer mehr erkennbare Vorwärtsrichtung wird bemerkbar, während die Geigerin einige wundervoll gestaltete Phrasen offenbart.  Im Ganzen scheint ein größeres Thema zu lauern.  Das ist eine eindrucksvolle Herausforderung für die Geigerin; Cuckson ist fantastisch.

Mezzosopranistin Nani Füting bringt einen weiteres Auszug von “gesammeltes Schweigen”, “Fiel ein Stück Himmel…”, in welchem sie Vokalklänge, gesungenen Text, und gelegentlichen Sprechgesang kombiniert, alles wundervoll kontroliert.

leaving without/palimpsest (2006) basiert auf dem alten deutschen Volkslied Gesgn dich Laub und bringt den Klarinettisten Joshua Rubin und den Pianisten Yegor Shevtsov, der langsam beginnt, ein kleines Thema suggerierend.  Gelegentlich wächst die Dynamik, während sich das Stück entwickelt, bevor es zu einem kurzen Halt kommt.  Die Musik fährt langsam fort, aber hält wieder an, während die Klarinette hinzukommt und wundervoll gespielte Klänge zwischen die Melodie einfügt.  Oft Füting streckt die Möglichkeiten der Klarinette, am Rande des Schrillen, nicht zwangsläufig die sanften Aspekte der Klarinette aktivierend.  Dennoch werden bemerkenswerte Klarinettenklänge produziert, während sich das Thema weiter entwickelt.  Füting zeigt, dass er es immer schafft, eine übergreifende musikalische Linie zu halten, bevor das Stück mit einer einzelnen gehauchten Note endet.

Der dritten Auszug von “gesammeltes Schweigen” ist “Das alte Weingut…”, in dem Nani Füting das tiefe Register einführt, währed sie vorsichtig einige wundervoll gestalteten Textpassagen vorträgt, in vokal ausgezeichneter Art und Weise.

Das Titelstück, names, erased (2012), stellt John Popham in den Vordergrund, und benutzt musikalisches Material von Bach, Berg und Ligeti, welches kompositorisch so behandelt ist, das es den Löschungsprozess von Robert Rauschenberg in seinem berühmten Erased de Kooning reflektiert.  Das Cello eröffnet das Stück, einem Motif nachsinnend.  Auch hier beweist der Instrumentalist, dass er ein ausgezeichneter Künstler ist.  Er erlaubt dem Thema, sich aus der dicht gewebten Textur des Beginns zu entfalten.  Es ist faszinierend, den implizierten musikalischen Linien, welche zart in Erscheinung treten, zu folgen.  Es gibt viele kleine Feinheiten in dem Stück, die mehrfach zu hören sind, bevor wir zu einer gedämpften Coda geführt werden.

Der vierte Auszug von “gesammeltes Schweigen” ist “Die Teiche im Dunst”, in welchem Mezzosopran Nani Füting von einer tiefen Note aufsteigt, während sie langsam der Musik erlaubt, sich in diesem bemerkenswerten, und kurzem, Stück zu entfalten.

ist – Mensch – geworden (2014) basiert auf Zitaten von solch verschiedenen Komponisten wie Josquin, Bach, Schumann, Debussy, mit weiteren Material von Boulez, Morton Feldman, Beat Furrer, Jo Kondo, Tristan Murail und Nils Vigeland.  Flötistin Luna Kang und Pianistin Jing Yang springen mit grellen Flöten- und Klavierakkorden plötzlich heraus.  Die Flöte sinkt langsam in subtilere Texturen, bevor sie mit hängenden Tönen, vom Klavier begleitet, voranschreitet.  Es gibt einige wundervolle Flötenarabesken innerhalb einer ziemlich fragmentierten Linie.  Während die Flöte das melodische Thema entwickelt, gibt es variierende Tempi mit grelleren Staccatopassagen.  Flötistin Luna Kang streut gelegentliche Atem- und Vokalklänge ein, bevor sie schrille Flötenphrasen wiederholt.

land – hause – berg (2009) ist für Klavier solo und basiert auf Vertonungen von Goethe’s Gedicht Kennst Du das Land, wo die Citronen blühen von Beethoven, Schumann, und Wolf.  Yegor Shevtos präsentiert das schlingernde Thema, das dennoch von Pausen unterbrochen ist.  Später wird ein Ton wie ein Tropfen wiederholt, bevor die Musik den Fluss steigert, der dennoch von gelegentlichen Pausen unterbrochen ist.  Die wundervolle Coda kommt an einem einzigen Ton an.  Das ist ein wirklich wundervolles Stück.

Der fünfte und letzte Auszug aus “gesammeltes Schweigen” ist “Hoch im Gebirge”, in welchem Mezzosopranistin Nani Füting einige intensive Phrasen präsentiert, während sie sich zu einer gedämpften Coda bewegt.
finden – suchen (2002) wurde für ein Konzert mit Werken ehemaliger Studenten von Jörg Herchet zu seinem 60. Geburtstag geschrieben.  Der Altflöte von Eric Lamb schließen sich bald Cellist John Popham und Pianist Yegor Shevtsov in einem provisorischem Thema an, wundervoll phrasiert mit einigen schönen Klängen.  Kleine Flötentriller steigen aus der Musik, während die Musik langsam und sanft vorwärtsschreitet, Momente größerer Entschiedenheit bauend, während die Flöte ein sanftes Ende spielt.

“und ich bin Dein Spiegel” (2002) für Mezzosopran und Streichquartett war ein Auftrag des Festivals Magdeburgisches Concert und basiert auf Ausschnitten aus den fragmentarischen Schriften Mechthild von Magdeburgs (ca. 1207-1282).  Der Mezzosopranistin Nani Füting tritt das Mivos Quartett hinzu (Olivia de Prato und Josh Modney, Geige, Victor Lowrie, Bratsche, und Mariel Roberts, Cello).  Dieses Werk gibt Nani Füting eine kontinuierlichere Möglichkeit, ihre beachtlichen vokalen Möglichkeiten an ein längeres Werk anzuwenden.  Sie beginnt allein, mit einer einfachen Melodie, die ihre wundervolle Stimme zeigt: musikalisch, flexibel, und melodisch.  Dann variiert sie die Melodie mit einer Vielzahl von vokalen Techniken, oft mit einer großartigen Fähigkeit, plötzlich in höchste Höhen aufzusteigen.  Das Quartett kommt langsam dazu, das Thema in fragmentierten Akkorden aufgreifend, bevor es in Leidenschaft wächst und einge wundervolle Momente mit großartigen Texturen und Klängen entwickelt.  Wenn Füting wieder dazukommt, singt sie einige deklamatorische Passagen, die das Quartett komplementieren, und die ihre großartige Kontrolle von dynamischen Sprüngen zeigt.  Es gibt eine lebhafte, verfliegende Passage für wirbelndes Streichquartett, die einen großartigen Überfluß von Texturen darbietet.  Danach kommt Füting wieder hinzu, mit stilleren, aber noch immer grellen Quartettstrukturen, die zu den finalen Aufschrei des Mezzosoprans führen.

Das ist ein großartiger Abschluß der CD.

Es ist Füting’s Fähigkeit, Themen in einer reichen und oft komplexen Texture zart zu entwickeln, die seine Musik so attraktive macht.  Die Aufnahme ist detailiert, sie zeigt jede Textur und jede Klangfarbe, und es gibt hilfreiche Notizen sowie den gesamten Vokaltext in Deutsch und englischer Übersetzung.

Bruce Reader (Grammophone)


Erste Eindrücke, so viel wissen wir, könne falsch sein: auf den ersten Blick dachte ich, names, erased bezieht sich in irgendeiner Weise auf die Ereignisse am 11. September 2001, in Anbetracht des gläsernen Wolkenkratzers auf dem Coverfoto und des elegischen Titels.  In solch einem Szenario, stellt man sich vor, dass der 1970 in Deutschland geborene Komponiste, wie es andere vor ihm getan haben, das Andenken jener ehrt, die ihr Leben an diesem sonnigen Septembermorgen vor 14 Jahren verloren haben.  Aber obwohl Füting seit 2000 Komposition und Musiktheorie an der Manhattan School of Music unterrichtet, seine CD Debut stellt sich als rundheraus als Sammlung zeitgenössicher Kammermusik  heraus, welche in ihrer Nature weder übermäßig konzeptionell noch von einer Tragödie beschwert ist.  Wenn es ein übergeordnetes Thema gibt, hat dieses mit dem Prozess des Erinnerns, sowie der Art, in der Werke der Vergangenheit spätere Werke beeinflussen, zu tun.  Es ist offensichtlich nicht unbedeutend, dass das Werk Robert Rauschenbergs, auf das sich der CD-Titel bezieht, das berühmt/berüchtigte Stück Erases De Kooning von 1953 ist. Diese Wahl impliziert, dass auch Füting mit dem Einfluss ringt, den vorangegangene Komponisten auf seinen eigenen kompositorischen Prozess haben.

Names, erased ist auch eine Familienangelegenheit, da die Mezzosopranistin Nani Füting wiederholt auf der CD erscheint, und da ein Stück Johann Davin Füting gewidmet ist, der wahrscheinlich der junge Sohn der Ehepaares ist.  Names, erased ist nicht nur Zeuge von Fütings Tiefe und Interessen als Komponist, die CD ist auch eine tiefe Relexion der kulturellen Welt, in der er lebt, mit Bach, Berg, Boulez, Feldman, Debussy, Schumann, und Ligeti als musikalische Referenzen, sowei nicht-musikalischen Personen wie Rauschenberg, Elizabeth Bishop, Haruki Murakami, und Goethe.  The Klangwelt, die hier präsentiert wird, ist bemerkenswert reich.  Nani Füting gesellt sich zu dem MIVOS Quartett, Geigerin Miranda Cuckson, Cellist John Popham, und anderen.  Die Stücke reichen von unbegleiteten Vokalstücken, Geige, Cello, zu Klavierduetten mit Klarinet, Flöte, und Geige, sowie dem Albumschlußstück, das Gesangt und Streichquartett kombiniert.

Ein ansprechender Aspekt der CD hat mit seiner Struktur und Stückfolge zu tun.  In “…gesammeltes Schweigen”, fünf Vertonungen von Haikus von Reiner Bonack für Stimme allein erscheinen als ein-minütige Vignetten zwischen längeren Stücken, eine Stragegie, die einen erfrischenden Grad von Kontrast in Dauer und Klang bieten.  Dazu bieten diese kurzen Stücke eine erfrischende Möglichkeit, nach langer Intensiät eines längeren Werkes, wie die Meditation für Cello und Klavier Kaddish: The Art of Losing, Luft zu holen.  In stilistischer Hinsicht passen Fütings Komposition auf ungezwungene Art in die zeitgenössische klassiche Sphäre.  Gleichzeitig sind sie aber auf tiefgründige Art von der Musik anderer – zum Beispiel – beeinflusst, was die direkten Referenzen zu dieser Werken zeigt, die Füting in seine eigene Musik einwebt.

Die Darbietungen aller beteiligten Musiker sind durchgehend herausragend, aber das Spiel des Pianisten Yegor Shevtsovs, der bewährte Begleitung in verschiedenen Stücken für Klarinettisten Joshua Rubin, Altflötisten Eric Lamb, und Cellisten John Popham biete, verdient ausgewählte Erwähnung.  Tanz.tanz, welches auf einer Analyse der Bachschen Chaconne basiert, wird von Geigerin Miranda Cuckson in einer Spitzendarbietung zum Leben gebracht.  Und Flötistin Luna Kang bringt ist – Mensch – geworden zu einem hohen Level durch ähnlich denkwürdiges Spiel.  Dennoch scheint das Hervorheben individueller Stücke etwas unangebracht, da man names, erased doch als ein kulminatives Ganzes erlebt.  Durch das Weben von Solos und Kammermusik zu einem umfassenden Ganzen, die Sammlung präsentiert eine tiefgründige Einführung in Fütings Welt, wie man sie sich besser nicht hätte vorstellen können. 

(Textura)


Reiko Füting schafft es, Musik zu schreiben, die recht geschäftig, aber dennoch - im besten Sinne - karg ist.  Die Oberfläche der instrumentalen Teile der Musik besteht aus Kratzen und Scharren, schnellen Wechseln von Tönen, kurzen Augenblicken von Flageolets während die Finger die Saiten hinaufgleiten.  Es gibt sehr wenige Löcher im Klang, und fast gar keine lang gehaltenen Töne.  Dennoch fühle ich einen leeren oder hohlen Effekt, und ich denke, das kommt vom Fehlen eines klaren harmonischen Rhythmus' oder nachvollziehbaren thematischen Bögen.  Selbst aktive Musik kann - ohne einen Sinn von Fortschritt oder Bewegung - statisch klingen.  Das passt sehr gut mit Fütings Inspiration für viele seiner Stücke zusammen.  Er nennt Komponisten verschiedenener Jahrhunderte als Ausgangspunkte für Stücke wie names, erased.  Bach, Debussy, Ligeti, Berg, Josquin, Schumann, und Boulez finden sich in seiner Musik wieder.  Fütings Gebrauch seiner musikalischen Vorfahren geschieht ohne Bezug auf die historische Position, und geht gegen Narrative und Entwicklung, die viele Vertreter der Moderne unterstützen.  Das offenslichte Fehlen des Wunsches, sich jenseits der musikalischen Vergangenheit zu bewegen, läuft parallel zum Fehlen jeglicher Vorwärtsbewegung der musikalischen Oberfläche.  Dieser Stil wird repetitiv, wenn man verschiedene Stücke hintereinander hört.  Aber es ist leicht, die Musik zu schätzen.

George Adams (American Record Guide)


Reiko Füting namesErased; New Focus 
Kritik von Robert Hugill am 13. April 2016 
Star Rating: 4.0 
Sehr charakteristische und intensiv gearbeitete Kammer- und Vokalmusik dieses in den USA lebenden deutschen Komponisten.

Der Komponist Reiko Füting war für mich ein neuer Name.  Er wurde 1970 in der DDR geboren, und hat an der Dresdner Musikhochschule, der Rice University, der Manhattan School of Music und der Seoul National University studiert.  Im Moment unterrichtet er an der Manhattan School of Music, wo er der Leiter der Theorieabteilung ist.  Die CD namesErased des New Focus labels präsentiert uns seine Auswahl von Fütings neuerer Vokal-und Instrumentalmusik.

Die meisten Stücke auf der CD scheinen eine außermusikalische oder musikalische Beziehung zu haben, die entweder auf einer bereits existierenden musikalischen oder nicht-musikalischen Struktur basiert.  Das kann man vielleicht schon von dem Titel schlussfolgern, der die Natur eines Epigramms hat.  Aber Reiko Füting’s Musik ist nicht ein Pastiche.  Er spricht mit einer sehr definitiven und ziemlich bemerkenswerten musikalischen Sprache.

Kaddish: The Art of Losing für Violoncello und Klavier war ein Geschenk zum 80. Geburtstag eines deutschen Musikwissenschaftlers.  Das Stück basiert auf dem Roman Kaddisch für ein ungeborenes Kind des ungarischen Schriftstellers Imre Kertesz.  Weiterhin bezieht sich der Titel auf ein Gedicht von Elizabeth Bishop.  Das Solo-Violoncello beginnt mit einer Sequenz von harmonisch schweren Motiven.  Das Violoncello and dann das Duo von Violoncello und Klavier erkunden die Anfangsmotive durch Wiederholungen und Variationen: eine Technik, die oft auf der CD zu hören ist.  Der Ton ist ernsthaft und nachdenklich.  Das Klaviernachspiel ist beschwörend, und rekapituliert das Material des Stückes.
tanz.tanz für Sologeige basiert auf der Analyse der deutschen Musikwissenschaftlerin Helga Thoene von Bachs Chaconne, in deren Struktur Choräle eingewoben sind.  Der Titel bezieht sich auch auf den Roman Dance Dance Dance des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami.  Es gibt Hinweise auf das Original während die Geige unaufhörlich ein Gruppe von Motiven mit Hilfe von einer Vielfalt von Spieltechniken (arco, pizzicato, marcato, Flageolets) erkundet.

leaving without/palimpsest für Klarinette und Klavier basiert auf einer früheren Klavierkomposition, leaving without, welche ihrerseits auf dem deutschen Volkslied Gesegn dich Laub basiert.  Das Klavier spielt Toncluster, die auf entweder steigenden oder fallenden Intervallen zu basieren scheinen.  Der Stile ist enthaltsam und spärlich, trotz der harmonischen Cluster, und wenn die Klarinette hinzukommt, benutzt sie eine Reihe moderner Techniken: die beiden Instrumente scheinen das Material des Klaviers neu und anders auszuleuchten.

names, erased (Prélude) basiert auf Zitaten von Bach, Berg, Ligeti und Fütings eignen Kompositionen.  Es steht den Solo Cello Suiten von Bach sowie Robert Rauschenbergs Erased de Koonig nahe.  Das Stück benutzt viele Saitenwechsel, a la Bach, aber mit Flagelots und anderen interessanten Effekten.  Die Klangwelt ist magisch, licht und evokativ, als ob der untere Teil der Musik gelöscht wurde.

ist - Mensch - geworden für Flöte und Klavier basiert auf fragmentierten Zitaten von Josquin, Bach, Schumann, Debussy, Boulez, Feldman, Tristan Murail, sowie der wichtigen Zahl Drei (drei Flöten, drei Worte, drei Haupttöne, drei Teile).  Mit Hilfe von modernen Flötentechniken interagieren die Fragmente im Dialog mit den Instrumenten, die um verschiedene Motive kreisen.  Die Textur ist transparent, und insgesamt macht das Stück einen gedankenvollen Eindruck, auch wenn ich die Zitate nicht wirklich bemerkt habe.  Das Stück führt direkt zu dem gedankenvollen Klaviersolo land - haus - berg, das auf Vertonungen von Goethe’s Kennst du das Land von Beethoven, Schumann und Wolf basiert.

light, asleep, für Geige and Klavier, basierte ursprünglich auf einem Lied des 17. Jahrhunderts, obwohl Füting denkt, dass bei Beendigung des Stückes nur der Titel und die allgemeine Atmosphäre das ursprüngliche Material reflektieren.  Es ist ein sparsames und evokatives Stück, bei dem sich die beiden Instrumente eher überschneiden, als dass sie sich begleiten.
finden - suchen, für Altflöte, Cello und Klavier hat wiederum diesen Sinn für Sparsamkeit.  Die drei Instrumente kreisen um das Material, und die Linien überschneiden sich eher im Raum, als dass sie in einen kreativen Dialog treten.

Zwischen die Stücke sind Sätze von …gesammeltes Schweigen eingestreut, Vertonungen von der Sammlung Gespannte Stille von Reiner Bonack, ursprünglich für Bariton und Klavier, und auf der CD in einer Version für Solo-Mezzosopran eingespielt.  Jeder Satz ist sehr kurz, mit einem expressive Stil, die zackigen Intervalle geben dem Stück ein beunruhigendes Gefühl.

Das letzte Stück der CD, …und ich bin Dein Spiegel für Mezzosopran und Streichquartett basiert auf Ausschnitten von Schriften von Mechthild von Magdeburg (ca. 12-07-1282), sowie einem Minnelied und einer mittelalterlichen Sequenz.  Das Stück wird von der Mezzosopranistin Nani Füting eröffnet, die ohne Begleitung einen Melodie singt, die wie ein Gregorianischer Choral klingt, welchen sie dann dekonstruiert.  Das Streichquartett übernimmt und untersucht das Material in intensive Weise, bevor alle fünf Musiker zusammen etwas sehr Intensives spielen.  Füting entwickelt das Material, das dann plötzlich endet.

Die Ausführungen auf dieser CD sind beispielhaft, und sie alle übertragen einen starken Eindruck von Reiko Füting’s Musik.  Sein Kompositionsstil ist sehr zielstrebig und bestimmt, aber innerhalb seiner Schwere, seines Ernstes und seiner Intensität und Logik ist auch ein Sinn von Magie.  Diese Musik zahlt sich aus, wenn man sie hört.

Robert Hugil

Kompositionen

 

 

land of silence: waves - bridges

Letztendlich, land of silence von Reiko Fueting, erforscht Materialteile, rotiert diese gegen einen Hintergrund aus Saugen, Zischen, und Explosivlauten.  Das ist das gelungenste Stück der zweiten Hälfte der CD, mit seiner klanglichen Rafinesse und dem abschließenden Bariton Solo.  Das Solo sinkt langsam in Umfang, und traditionelles Singen ist mit einer Vielzahl von Mundklängen angereichert.  Das ist fazinierendes, fortschrittliches Komponieren für die Stimme, und es erfüllt das offensichtliche Ziel des loadbang Ensembles: neu zu sein, selbstbewußt zu sein, und sonderbar zu sein.

            (I Care If You Listen)


"...wie wir klar werden"

Als zeitgenössischer Kommentar (Text: Carola Moosbach) stand hier als zweite Uraufführung des Konzertes "...wie wir klar werden" von Reiko Füting (geb. 1970). Füting setzt die Musik in völligem Kontrast zum lichten, inhaltlich linearen Text, indem er extreme dynamische Gegenbewegung erzeugt. Nur einzelne Phrasen, Worte, kurze Abschnitte klingen im eigentlichen Sinn, viele Teile wirken in Geräuschen und verfremdeten Silben fast zerrissen. Der Titelvers steht schließlich als Sopransolo (Gertrud Günther) mit wiederholten Worten ganz allein, und selbst ein scheinbar versöhnlicher Epilog der hohen Streicher (erstaunliche Farben entstehen, wenn zeitgenössische Musik auf "alten" Instrumenten erklingt) entschwindet in einem ausgehaltenen Geigenton wie ein Verlöschen.

            (Dresdner Neueste Nachrichten)


"in allem frieden"

Das Sächsische Vocalensemble unter der Leitung von Matthias Jung verband in seinem Konzert "Da pacem, Domine" Motetten von Heinrich Schütz mit Kompositionen von Reiko Füting (geb. 1970) nach Texten von Kathleen Furthmann. Fütings "als ein licht/extensio" (2011) und das uraufgeführte "in allem frieden" antworteten auf die Motetten von Schütz und waren auch intensiv damit verbunden. Die Texte verarbeitete Füting quasi mehrspuring, ließ Fragmente der Schütz-Motetten mit einfließen, expressive Klangflächen, Sprache und Geräusche korrespondierten mit Schlagwerk und Gambenkonsort.

            (Dresdner Neueste Nachrichten)

 

Christina Siegfried, die künstlerische Leiterin, hat in diesem Jahr erstmals auch ein Auftragswerk an Reiko Füting vergeben, der sich nach einem Text von Kathleen Furthmann, "in allem frieden", mit gemischtem Chor, Gamben und Schlagzeug auf die Spuren von Schütz begab. Doch was das Sächsische Vocalensemble unter Matthias Jung bei der Uraufführung in der Kirche von Drsden-Loschwitz hören ließ, machte den Eindruck zartfühlender Unentschiedenheit. An die Stelle der verbindlich-klaren Bezüge, die Schütz zwischen Musik und Sprache herzustellen wusste, ist hier der Rückzug in stille Unbelangbarkeit getreten.

            (Frankfuert Allgemeine Zeitung)


höhen - stufen

Die Singakademie wird sich dem Meisterwerk (Bach's h-Moll Messe) in drei Teilen bis 2013 im jeweiligen "Adventsstern" zuwenden und stellt Bach jeweils eine "Re-Aktion" eines zeitgenössischen Komponisten zur Seite. Am Sonntag war dies der in Amerika und Deutschland wirkende Komponist Reiko Füting, dem mit "höhen-stufen" eine reizvolle kontemplative Betrachtung von Sprache und Zeit gelang. Spannend war zu beobachten, wie sich die Verzahnung von Harmonik und Zeitfluss in Fütings Werk zu Bach verhielt. Beide Komponisten arbeiten in klar wahrzunehmender strenger Strukturierung, und es wird jeweils eine Gesamtidee deutlich, die die Thematik beleuchtet, aber nicht einengt. Die Idee von himmlischen und irdischen Stimmen wird hier kompositorisch sehr plastisch ausgeformt und stellt somit auch einen Bezug zur Messe im theologischen Sinne her.

            (Dresdner Neueste Nachrichten)

 

Den Reigen eröffnete Reiko Füting. Er hat seine Komposition "höhen-stufen" noch einmal grundlegend überarbeitet. Sie bezieht sich vermutlich auf das "Gloria" der Messe. Allerdings waren die Texte nur in extrem verfremdenden Fraktionierungen zu hören, Assoziationen erforderten viel guten Willen. Text und Music bewegten sich auf einem ins Extrem getriebenen Abstraktionsgrad. Der Interpretationsspielraum war groß, geradezu beliebig.

            (Sächsische Zeitung)


“...als ein licht”

Die Apokalypse verkündend, begannen vier Schlagzeuger mit erschreckenden Schlagballungen Reiko Fütings Komposition "...als ein licht" nach Texten von Kathleen Furthmann. Daraus stieg in vielen Schattierungen das Flehen des gemischten Chores nach Frieden hervor, geflüstert, in Klangfetzen, bruchstückhaft, sich aus einem Klangteppich herausschälend. Immer ist Heinrich Schütz ergreifenden Motette "Verleih uns Frieden genädiglich" aus seiner 1648 erschienenen Geistlichen Chormusik gegenwärtig, als Zitat oder auch im Gestus. Die Präzision, mit der die Meißner Kantorei 1961 zu Werke ging, ihre und der bewährten Solistin Gerturd Günther immense Gestaltungskraft, zogen alle in den Bann. Am Ende erklang die Schütz-Motette rein und klar und schnörkellos aus allen Ecken des Kirchenschiffs - ein berührendes Erlebnis.

            (Dresdner Neueste Nachrichten)


“der töne licht”

Faszinierend war es zu hören, wie sich Fütings Komposition "der töne licht" in das "Abendständchen" unmerklich einschlich, einige Passagen seltsam sich zerdehnten und die romantischen Harmonien sich dann zerlegten, um bald in vier Ebenen gegen- und übereinandergeschichtet neue tonale Bedeutung zu generieren.

            (Dresdner Neueste Nachrichten)

 

Further proof of the choir's versatility came with the inclusion of a work dating from 2009 composed by Reiko Füting, who was born in 1970 and has recently been based in America. This ranged from lush romantic passages to more challenging modernity, but the choir had the work well under control.

            (Stratford Herald)


weht - umweht

Den ersten Preis, zur Verfügung gestellt von der Stiftung für Kunst & Kultur der Stadtsparkasse Dresden, erhielt der in Königs Wusterhausen geborene Reiko Füting, ehemals Absolvent der Dresdner Musikhochschule. Er verbindet in "weht - umweht" die Motette "Ach weh des leiden" von Hans Leo Haßler mit seiner Komposition auf eine Paraphrase zu Haßlers Text von Kathleen Furthmann. So erzeugt er, unter Beibehaltung der geteilten Chores, ein zartes, fast melancholisches Stimmengeflecht, das nach lang ausgedehntem Pianissimo schließlich verlischt.

            (Dresdner Neueste Nachrichten)   

 

Der erste Preis wurde an Reiko Füting, Jahrgang 1970, vergeben, der in Deutschland und den USA lebt.  Er hat für “weht-umweht” einen Text Kathleen Furthmanns gewählt und ihn in viel leise Musik gekleidet.  Dynamisches Raffinement lässt den Klang im Raum quasi pendeln.  Auch Füting verzichtet auf musikalische Kontinuität, fasst aber gedanklich Zusammengehöriges auch in der Komposition zusammen.

            (Sächsische Zeitung)    


"als aus nacht himmel wurde“
So entstand auf zurückhaltende Weise eine besondere Atmosphäre. Zuerst von aufrüttelnden Posaunenrufen im Dialog mit dem Chor geprägt, lichteten sich die herben Tontrauben im zweiten Teil. Sie wurden vom freundlicheren Klang einer Flöte begleitet. In stillem Verhalten, wie beim Ticken der Zeituhr, klang das Werk allmählich aus. ...Trotzdem wirkte das Werk auch dank der beeindruckend differenzierten Klanglichkeit des Chores auf eigene Weise nach.
            (Sächsische Zeitung)


"silently wanders“
Ein intensives Stück, das musikalisch den Bogen von seriellem Denken zu Unvorhersehbarem zu spannen vermochte und das den Bogen zwischen abendländischer und fernöstlicher Haltung zu spannen versuchte.
            (Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik)

 

Sandwiched between Bach's mysterious Cantata No. 131 and Bruckner's triumphant Te Deum, the group gave a captivating premiere of Reiko Füting's silently wanders/extensio for choir, mezzo soprano, organ, and solo cello. Conductor Nicholas DeMaison navigated the ensemble through the spacious score, one that alternated meditative organ solos with choral movements that were both reflective and stuttering. Comprising texts of E.E. Cummings and Reiner Bonack, Füting's settings made brilliant use of stammered consonants - often displacing the first or last sound from their respecitve word, akin to Coummings' own use of avant-garde letter spacing and lack of punctuation. Mezzo soloist Nani Füting traversed the wide-ranging solo, diverse in its use of both sweeping and dramatic melodies, as well as Pierrot Lunaire-esque points of speech-song. Here, too, the displaced consonant added an incredible sense of text painting, with the final "t" of the German "zeit (time)" transformaing into a ticking clock that gradually faded into the hushed return of the pipe organ. ... To hear a work like Füting's in the midst of staples like Bach and Bruckner is to realize that the human voice's most thrilling counterpart is actually the consolatory hum of reverent silence.

            (Feast of Music)   


“über zwischen-welten”

Das rätselhafteste und schwierigste Stück des Programms stammt von Reiko Füting, der 1970 in Königs Wusterhausen geboren wurde und jetzt in den USA lebt. "über zwischen-welten" mit seinen vier im Raum verteilten Schlagzeuggruppen beschreibt der Komponist als Palimpsest mit sechs Schichten.

            (Dresdner Neueste Nachrichten)


"gesammeltes Schweigen“
... Das (betraf) ebenso wie die beiden Zyklen von Reiko Füting ("...gesammeltes Schweigen") und Benjamin Schweitzer ("Kesä ja talvi"), in welchen sich beide Komponisten - ebenfalls mit "Jahreszeiten"-Hintergrund von verschiedenen Dichtern - auf einer eher intellektuellen, fast meditativ zu nennenden Ebene auf der Suche nach dem richtigen Ausdruck, nach den Klängen hinter der Sprache begeben.
            (Dresdner Neueste Nachrichten)


“...weil sie in den Gedichten steht”
Reiko Fütings Komposition nach einem Gedicht von Georg Trakl “...weil sie in den Gedichten steht” in der Fassung für Bariton und Violoncello schließlich war der gelungenen Versuch, der außergewöhnlichen Sprachgewalt des deutschen Expressionisten mit möglichst sparsamen, aber adäquaten musikalischen Mitteln bezukommen.
            (Dresdner Neueste Nachrichten)

Reiko Fütings “...weil sie in den Gedichten steht”, nach einem Gedicht von Georg Trakl, mutete ebenso jugendlich an wie die Trommelorgie des wilden Würzburgers. In diesem Dresdner Beitrag drückte sich jedoch eine in die Interessantheit der eigenen Gefühle verstrickte Jugend aus--nichts anderes als ein expressionistisches Gedicht konnte hierfür gewählt werden.


re-frachtion: shadows (palimpsest, palimpsest 2)
In den Mittelpunkt seines aktuellen Programmes hat das elole-Klaviertrio "re-faction: shadows" von Reiko Füting gestellt. Es vereint zwei Aspekte, die auch für die übrigen Stücke grundlegend sind: im Bereich der Form geht es um Überlappung, klanglich steht die Entfalung des Obertonspektrums einzelner Töne im Vordergrund. Der zweite Teil des Stückes von Reko Füting greift den ersten wieder auf, aber teilweise ist er durch vorher unbekannte Klänge überschrieben. Dies ist bereits in der Fassung für Cello solo zu merken. In "re-fraction: shadows/palimpsest 2" komplettiert das Klavier das Trio. Die zweiteilige Struktur belbit erhalten, zusätzlich überschrieben die beiden neuen Instrumente aber auch das ursprüngliche Cellsolo. Teile daraus treten in den Hintergrund, Elemente der beiden neuen Instrumente dränge sich nach vorne. Unterschiedliche musikalische Entwicklungen überlappen sich gegenseitig.
            (Leonardi Museum Dresden)

The trio, made up of John Popham, Pala Garcia (violin), and Renate Rohlfing (piano) kicked off the concert with the third movement of Reiko Füting's refraction: shadows/palimpsest 2 (2007), using the cello as the launching point and foundation. The piece evoked harmonies centered around a single pithc - D - and utilized strong pizzicatos, interrupting string snaps, and repeated motives.
            (Fest of Music)


re-fraction: shadows

Was hätte wohl Johann Sebastian Bach gesagt, wenn er, in unserer Zeit lebend, sich die Partituren von Reiko Füting oder Nicolaus A. Huber angeschaut hätte? Sicherlich wäre er über die Behandlung des Violoncellos erstaunt gewesen, die er doch zu seiner Zeit in seinen Solo-Suiten zu so großer Meisterschaft gebracht hat. Doch er hätte auch viele Korrespondenzen entdeckt. Diese auf mehreren Ebenen der Stücke nachweisbaren Nachbarschaften sind die "Spurenelemente", auf denen der Cellist Matthias Lorenz sein Konzert-Konzept "Bach.heute" aufbaut. … Reiko Fütings "re-fraction: shadows" wirkte in sich durch ein reduziertes, kräftig wirkendes Tonmaterial sehr geschlossen, dennoch entstand der Bezug zum Thema durch eine Übermalungstechnik, die der ersten Klangerscheinung einen weiteren Satz, dann sogar weitere Stücke und Instrumente hinzufügte.

            (Mehr Licht)


red wall/palimpsest
With its obstinate tutti attacks and quick echoes, Fueting’s strange work brings to mind the premature flattening of rippling concentric circles in water.
            (Sequenza 21)


tanz.tanz
Reiko Füting's tanz.tanz was based on a formal analysis of Bach's Chaconne and even used some of the original material as inspiration, yet the relationship is nearly indiscernible on first hearig. Fragments of phrases buzzed by at a sporadic pace as Cuckson, with a light bow and generous use of harmonics, spun out a seemingly endless run-on sentence. It was a tour de force of technical prowess. Certainly with such intellectural underpinnings, one might assume this music is of great significance. Perhaps like James Joyce's "Ullyses," one could mine it over time for meaning. Yet with only one performance, it was a flat experience.
            (Herald Tribune)


red wall
Reiko Fueting's 2006 red wall followed.  Dan Lippel's expressive performance captured well the cold but lively atmosphere of the piece, and its unpredictable gestures and phrases seemed to be telling a story: though the language the music was speaking sounded unfamiliar, a narrative could clearly be felt.
            (kleineKultur)


leaving without
East German by origin and now teaching music theory at the Manhattan School of Music, he is clearly a composer who merits further hearing. “leaving without” was a striking example of modern minimalism, yet was not without subjective emotional appeal. ... It’s astringent purity and eloquent silences were judged cleansing of the musical palette.
            (Barnes Mortlake and Sheen Times)


gleichzeitig nacheinander
Auch in Reiko Fütings eigenem Beitrag, “gleichzeitg nacheinander”, konnte man man den Spuren einer monodischen Linie nachlauschen, die von umgebenden Ereignissen verdeckt, schließlich in dichtere Akkorde, einige kurz angedeutete rhythmisch federnde Gesten aufgelöst wurde. Auch dieses Stück blieb am Ende offen.
            (Dresdner Neueste Nachrichten)

Fütings Komposition “gleichzeitg nacheinander” kombinierte Insich-schwingen und Verbinden von schnell wechselnden, unterschiedlichen Klangebenen durch Melos. Das Gefühl für das Pianistische spielte hier ein große Rolle.
            (Heilbronner Stimme)

Bearbeitungen

 

 

Telemann-Variationen
Stets auf Durchsichtigkeit bedacht, verlieh er jeder Variation einen eigenen klangspezifischen Ausdruck.
            (Magdeburger Volksstimme)


Maria durch ein' Dornwald ging

Obwohl die ganze CD einen eher besinnlichen Tonfall anschlägt, wirkt das knapp einstündige Programm keinesfalls langweilig, denn die Stücke sind so gruppiert, dass sie dem Hörer immer wieder reizvolle Farbwechsel bescheren. Der Satz von "Maria durch ein' Dornwald ging" beginnt etwa nur mit Männerstimmen - und gibt dem Stück eine angenehm dunkle Grundierung.

(NDR Kultur - Feuilleton)(Heilbronner Stimme)

 

Ob nun im harmonisch komplexen "Maria durch ein' Dornwald ging", oder im überraschend swingenden "Kommet ihr Hirten" - die sechs Vokalisten von Singer Pur sorgen für pure Freude beim Zuhören.

           (NDR Kultur)

 

Etliche der durchweg ambitionierten Sätze protzen nicht vordergründig mit der Zurschaustellung der stimmtechnischen oder harmonischen Herausforderungen. So ist eine Reihe von echten Schmuckstücken entstanden, etwa die Version des zerbrechlichen und harmonisch interessanten "Maria durch ein' Dornwald ging".

           (klassik.com)

 

Mit viel Fingerspitzengefühl wurden einige der Lieder von Komponisten wie Reiko Füting neu belebt und gewissermaßen Singer Pur auf den Leib geschrieben.

 

In der Volksweise "Marie durch ein' Dornwald ging" fand diese vorsichtige Erneuerung einen sanglichen und emotionalen Höhepunkt, imstande den Zuhörern das Wasser in die Augen zu treiben.

           (Gäuboden Aktuell Straubing)


Fünf Internationale Volkslieder
So gerieten das filigrane Linienspiel in Reiko Fütings “Internationalen Volksliedern” und die Sekundreibungen im linearen Klanggeflecht sehr plastisch und schwingend. Fütings stilistische Beweglichkeit bereichert die Frauenchorliteratur um ein anspruchsvolles Werk.
            (Saale-Zeitung)


Weitere Bearbeitungen

Und Reiko Füting lässt den Chor in "O Heiland, reiß die Himmel auf" vom verhauchenden Tenorsolo bis zum massiven Tuttiklang die Himmelsbewegung im Wechsel von Beinahe-Stillstand und bewegter Rhythmik dynamisch nachzeichnen.

           (Matthias Mader)

 

Zu den stärksten Stücken zählen Heike Beckmanns rumbabewegte Brahms-Adaption 'Guten Abend, gut' Nacht', das archaisch-düstere 'Es geht eine dunkle Wolk herein' von Reiko Füting.

           (FonoForum: Singer Pur „Save Our Songs“)

 

Ungewöhnlich modern dagegen “Es geht ein kunkle Wolk herein”. Reiko Füting, ein ehemaliges Mitglied der Weimarer Hofsänger, hatte kunstvoll Musik und Text der Strophen ineinander verwoben. Der gleiche Musiker arrangierte den Gassenhauer “Heidenröslein”. Grandios die Ironisierung des Volksliedes durch Einfügen von passenden Opernarien. Es durfte gelacht werden.

 

Ergreifend im Kanon auch das von Reiko Füting gesetzte "Es geht ein dunkle Wolk herein".

           (Heilbronner Stimme)

Ein Kabinettstück "Das Heidenzauber-Röslein", arrangiert für die Hofsänger von Reiko Füting, in dem neben dem Goethetext allerlei Witziges eingewebt war. Das "Heidenzauber-Röslein" hatte seine Überschrift nicht umsonst. "Es geht eine dunkle Wölk herein" darf nicht unerwähnt bleiben wegen des reichen Arrangements...

Die Arrangements stammed zu einem großen Teil von Komponisten, die mit dem Chor über 60 Jahr verbunden sind, wie Rolf Lukowsky und Gunther Erdmann. Oder von ehemaligen Sängern wie Reiko Füting, der seit 2005 eine Professur für Musiktheorie und Komposition in New York inne hat. ... Favoriten? ... Die titelgebende amerikanische Weihnachtshymne "How Can I Keep from Singing?".

            (Volksstimme)

 

Füting, aside from being a formidable accompanist, is also a refined composer: witness his sensitive tone painting in "Cold Blows the Wind".

            (Fanfare)

 

Füting has taken Berio’s folksongs as his own model and there’s a terse piano commentary in Molly Bann and an appropriately spare I Wonder As I Wander.

            (MusicWeb International)

 

Klavier

 

Als Begleiter war Reiko Füting, der am Seminar als Pianist teilnahm, für die Sängerinnen und Sänger ein feinfühliger Partner.
            (Wörgler Rundschau)


Reiko Fütings pianistisches Auftreten vermeidet jedes äußerlich auftrumphende Virtuosentum, selbst da, wo es sich beinahe aufdrängt. Er spielt präzise, trocken, dabei aber nicht unsensibel und durchaus brilliant: ein Interpret, der seine feinen Fähigkeiten konsequent in den Dienst der Komponisten stellt und sich damit als überzeugender Vermittler von (neuer) Musik erweist.”
            (Dresdner Neueste Nachrichten)


Reiko Füting regte Benefizkonzert an: Ein einzigartiger Liederabend

            (Märkische Allgemeine Zeitung)


Beide (Matthias Vieweg und Reiko Füting) hatten ein interessantes Programm zusammengestellt.  Das reichte vom 19. Jahrhundert mit Liedern von Franz Schubert und Robert Schumann über das 20. Jahrhundert mit Richard Strauss bis in diese Tage.  Da waren “Die Jahreszeiten” nach Hölderlin, der der Amerikaner Nils Vigeland eigens für die deutschen Freunde komponiert hat, sowie eine eigene Komposition Füting(s.

            (Märkische Allgemeine Zeitung)


Wenn sich dann zwei so versierte Musiker wie Matthias Vieweg (Bariton) und der in Dresden ausgebildete, jetzt in New York lebende Komponist Reiko Füting (Klavier) dieser Kompositionen annehmen, ist ein qualitativ hochwertiger Konzertabend garantiert. Schön war auch das Gefühl, sich im Piano-Salon einmal ganz den Werken hinzugeben – die konzentrierte Lesart der beiden Musiker übertrug sich in den Saal und förderte ein intensives Zuhören.
            (Dresdner Neueste Nachrichten)


Die Verleihung des Förderpreises durch den Vorsitzenden des Sächsischen Musikbunds Andreas Ebert wurde ergänzt durch drei Kompositionen Lydia Weißgerbers, die einfühlsam und engagiert von Reiko Füting (Klavier), Uta-Maria Lempert (Violine), Matthias Lorenz (Violoncello) und ein Ensemble Dresdner Studenten unter Leitung von Lennart Dohms-Winkel interpretiert wurden.
            (Neue Musik Zeitung)


Daisy Press, a soprano, supported by Reiko Füting at the piano, sang the "Five Songs from Stefan George's 'Der Siebente Ring' " (Op. 3) with a calm naturalness that suited the style. ... The Webern performances were finely polished...
            (The New York Times)


Reiko Füting's accompaniments are simple and eloquent as they need to be, and how the pianists' resourcefullness, when it is required.

            (Fanfare)


Payne and Füting are fine ambassadors for this "new" music and have clearly established a first class ensemble; forunately they've been well recorded into the bargain.

            (MusicWeb International)


Der Heimatverein Niederlehme c.V. lud am 26. Juni zu seinem 4. Musikabend "Musikalisches Geschichten" ein. Trotz der vielen Veranstaltungen in der näheren und wieteren Umgebung fand sich zahlreich ein sehr interessiertes Publikum ein. Der Pianist Herr Professor Dr. Reiko Füting überraschte mit dem feinsinnigen Vergleich der Handschrift unterschiedlicher Komponisten, Kompositionen und ihrer Ausdruckswiese von Johann Sebastian Bach über Robert Schumann, Pjotr Illitsch Tschaikowski u.a.m bis hin zu Max Rger, Béla Bartók and Dave Brubeck. Eine besondere Überraschung für alle Anwesenden gelang ihm mit den von seiner Frau als Zugabe vorgetragenen Liedern. Mit diesem besonderen Ohren- und Augenschmaus am Schluss der Veranstaltung begeisterte er sein Publikum. Mit dieser überdurchschnittlichen hohen künstlerischen Gesamtdarbietung wurden beide Vortragenden mit einem Standing Ovation und ein persönliches extra Dankeschön von begeisterten Zuhöhren verabschiedet. Die Darbietung war eine echte Bereicherung des Kulturlebens in Niederlehme und ein kleines Geschenk an seine Heimatstadt.

            (Märkische Allgemeine Zeitung)

 

Portraits/Interviews

              

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