Die antike Stadt Babylon und ein isländischer Nationalpark mit Gletschern, Eishöhlen und Vulkanen gehören zu den Stätten, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Mehr als 1.000 Stätten auf der ganzen Welt – einige davon kulturell, andere natürlich, wieder andere beides – sind durch eine Auflistung geschützt. Sehenswürdigkeiten oder Gebiete werden nach ihrem Wert für die Menschheit ausgewählt.

Am Freitag kündigte das Komitee für das Erbe der Welt die Aufnahme des ersten Teils der diesjährigen Charge an. Weitere Standorte werden am Wochenende benannt.

Die vielleicht berühmteste Sehenswürdigkeit, die auf die Liste gesetzt wird, ist die Stadt Babylon im Irak. Die Stadt wurde erstmals im 23. Jahrhundert v. Chr. erwähnt und war vielleicht die Heimat eines der sieben Weltwunder der Antike – der Hängenden Gärten.

Aber während Babylon eine Geschichte hat, die mit Palästen und Tempeln übersät ist, gibt es wenig von seiner ältesten Epoche zu sehen, und was übrig ist, hat erhebliche Schäden erlitten. Saddam Hussein baute dort einen Replikatpalast, während US-geführte Streitkräfte in der Gegend während des Irak-Krieges alte Gehwege mit ihren Fahrzeugen zerschlugen und Sandsäcke mit Material füllten, das archäologische Fragmente enthielt.

Paraty in Brasilien
Das beliebte Reiseziel Paraty in Brasilien ist für seine natürliche und kulturelle Bedeutung bekannt. Foto: Maria Swärd/Getty Images
Zu den weiteren aufgeführten Stätten gehören die hyrkanischen Wälder im Iran, eine alte metallurgische Stätte in Burkina Faso, die französischen südlichen Länder und Meere und die Region Ohrid in Albanien, die wegen ihres natürlichen und kulturellen Erbes ausgewiesen ist. Paraty und Ilha Grande in Brasilien – beliebte Ziele für Touristen, die Rio de Janeiro besuchen – sind auch wegen ihrer natürlichen und kulturellen Bedeutung bekannt.

Die Auswahl umfasst Länder auf der ganzen Welt. In Island wurde der Nationalpark Vatnajökull gelistet. Das 2008 gegründete Unternehmen deckt 14% des Landes ab und erstreckt sich größtenteils über das südöstliche zentrale Hochland, das die Eiskappe Vatnajökull umfasst. Mit Vulkanen, Erdbeben, schmelzenden Gletschern, Explosionskratern und geothermischen Aktivitäten ist der Ort nicht nur dramatisch: In der Nominierungsurkunde für den Standort wurde der Park als “ein Gebiet mit alarmierenden natürlichen Konflikten, aber auch mit bezaubernder Harmonie” beschrieben.

Ein Fluss, der unter einem Gletscher im Nationalpark Vatnajökull fließt, beschrieben als “ein Gebiet alarmierender natürlicher Konflikte, aber auch bezaubernder Harmonie”. Foto: Marco Bottigelli/Getty Bilder
Auch China hat eine Listung erhalten: die Zugvogelreservate an der Küste des Gelben Meeres und des Bohai-Golfes. Als Zufluchtsort für Zugvögel und Heimat unzähliger Fisch- und Krustentierarten verfügt diese Küste über ein reiches Ökosystem und gilt als das größte intertidale Wattenmeeresystem der Welt.

Der Lebensraum hängt von Sedimenten ab: Laut einem Bericht trägt der Gelbe Fluss, der in das Gelbe Meer mündet, durchschnittlich 24,7 kg Sediment pro Kubikmeter Wasser an seiner Mündung. Das Gebiet und die dort lebenden Arten, wie z.B. der Löffelstrandläufer, waren durch die Landgewinnung bedroht.